Der
Begriff Schiefer bezeichnet generell eine bestimmte Textur von
Gesteinen, also eine geschichtete Form, deren besondere Eigenschaft
in der Spaltbarkeit zwischen den einzelnen Schichten besteht. |
Durch
Ablagerung entstanden einzelne Lagen aus Sedimenten, die sich
im Laufe langer Zeiträume verfestigten und unter grossem
Druck sowie durch weitere geologisch physikalische sowie chemische
Bedingungen zu festen Platten wurden. So entstanden Massive mit
einer vertikalen Abfolge unterschiedlicher Materialdichten. Auch
finden sich innerhalb eines zunächst homogen erscheinenden
Massivs in geschichteter Form unterschiedliche Zusammensetzungen,
sodass die Bindung zwischen diesen jeweiligen Schichtungen unterschiedlich
ausfallen.
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Naturschieferdach in Lothringen - Verdun
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Viele
dieser Schichtgesteine liegen in ihrer heutigen Erscheinungsform
nicht horizontal. Dies rührt von geologischen Bewegungen
her, also von Hebungen und Verformungen innerhalb der Gebirge,
in denen heute diese Schiefervorkommen in aufrechter "schiefer"
Position anzutreffen sind.
Eine bedeutende und mit die bekannteste Schieferregion in Europa
ist das Rheinische Schiefergebirge, ein
Mittelgebirge
in
Deutschland,
welches geographisch und geologisch als
Einheit gesehen werden kann. Es umfasst Regionen in den Bundesländern
Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und dem Saarland.
Ebenso zählen Gebiete in den Nachbarländern Luxemburg, Frankreich
und Belgien zu dieser geographisch-geologischen Formation.
Linksrheinisch liegen die Schieferregionen der Ardennen, die Gebiete
im Hohen Venn, in der Eifel und dem Hunsrück. Von hier stammen
traditionell grosse Mengen Naturschiefer, der über Jahrhunderte
hinweg in Schieferbergwerken abgebaut wurde. Naturschiefer war
und ist regional ein wichtiges Wirtschaftsgut. Rechtsrheinisch
sind es die Regionen des Bergischen Landes, des Sauerlandes und
des
Siegerlandes sowie Westerwald und Taunus, wo Naturschiefer-Vorkommen
genutzt werden. So gesehen wird das Rheinische Schiefergebirge
vom Rheintal etwa in
der geographischen
Hälfte
durchschnitten.
Der überwiegende Teil der Gesteine im Rheinischen Schiefergebirge
sind geschieferte sandige Tonsteine, Sandsteine, Grauwacken und
Quarzite, also keinesfalls die speziellen Sorten von Naturschiefer,
wie sie als Baumaterial wie Dachschiefer Verwendung finden. Diese
Schiefersorten sind nur in begrenzten Bereichen abbaubar,
wie
im Hunsrück, im Moselgebiet
und in Teilen des Bergischen Landes oder
im Siegerland.
Auch in anderen Regionen Deutschlands und anderen Ländern Europas finden
sich qualitativ hochwertige Schieferarten. So auch in Thüringen, wo
sich der über 100 Hektar grosse Naturpark "Thüringer
Schiefergebirge-Obere Saale" befindet. Er liegt im
Südosten des Thüringer Waldes, wo von 1300 bis 1999 im Staatsbruch
Lehesten Naturschiefer abgebaut und zu Dach- und Wandschiefer sowie
zu Schiefertafeln verarbeitet wurde.
Seit dem Jahr 2005 arbeiten verschiedene Touristikstellen an der Schaffung
des Nationalen Geoparks im Thüringisch-Fränkischen
Schiefergebirge. In intensiver Zusammenarbeit der Verwaltung und des
Vereins "Naturpark
Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale" und dem Naturpark "Frankenwald"
auf Bayerischer Seite entstand so dieser touristisch interessante Geopark.
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